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Arzneimittelmissbrauch: Gemeinsam aus der Sucht Mehr als eine Million Deutsche sind abhängig von Medikamenten. Wie Apotheker helfen können
Die rezeptpflichtigen Benzodiazepine helfen bei Schlaflosigkeit, Angst und Unruhe. Sie sollten jedoch nur kurzfristig eingesetzt werden. Denn Patienten gewöhnen sich an die dämpfende Wirkung der Medikamente und rutschen unbemerkt in eine Abhängigkeit. Müdigkeit und Konzentrationsstörungen treten bei einem Dauerkonsum verstärkt auf und schränken die Fahrtüchtigkeit ein. Wegen ihrer muskelentspannenden Wirkung erhöhen Benzodiazepine vor allem bei älteren Menschen die Sturzgefahr und damit das Risiko von Knochenbrüchen. Vielen Betroffenen ist allerdings nicht bewusst, dass sie abhängig sind. Andere verdrängen das Problem, weil sie nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen. Ein ambulantes Angebot, das vom Hausarzt und Apotheker begleitet wird, akzeptieren manche Patienten eher als einen Klinikaufenthalt. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt motivieren die teilnehmenden Apotheken die Patienten, ihre Dosis schrittweise zu reduzieren oder auf ein schwächer wirksames Präparat umzusteigen. Regelmäßige Gespräche unterstützen den Prozess, bis die Betroffenen schließlich mit weniger Beruhigungsmitteln oder ganz ohne diese auskommen. Das Angebot stößt bei Ärzten und Patienten auf große Akzeptanz. Betroffene stehen nicht mehr ständig neben sich und gewinnen deutlich an Lebensqualität, sagen Experten. Auch rezeptfreie Arzneimittel können bei Dauerkonsum zu einer Gewöhnung führen. Problematisch sind vor allem Schmerz- und Abführmittel, Hustenblocker und abschwellende Nasentropfen. Auch in diesem Fall weisen Apotheker auf die Gefahren des Missbrauchs hin, die vielen Kunden gar nicht bewusst sind. Deshalb können Apotheken durch gezielte Aufklärung in der Suchtprävention viel erreichen. Bei richtiger Anwendung sind Arzneimittel wirksam und sicher. Entscheidend ist eine gute Beratung. 11.04.2012, Bildnachweis: Stockbyte/RYF
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Apotheke Zollenspieker, Süderquerweg 40, 21037 Hamburg
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